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„Raus aus der Unordnung“

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Wer ist ein Messie?

Messies (engl. Mess = Chaos, Unordnung) horten Gegenstände und haben extreme Schwierigkeiten sich von Dingen zu trennen, so dass das häusliche Umfeld langsam im Chaos versinkt. Dabei spiegelt das äußere Chaos immer auch den inneren Zustand der Betroffenen wider. So leiden sie häufig unter Konzentrationsstörungen und Denkblockaden, fühlen sich zerrissen, fremdbestimmt und überfordert. Sie haben große Selbstzweifel und schämen sich für das, was sie sind.  

 

Ist das Messie-Syndrom heilbar?

Ja, unter der Bedingung, dass der Betroffene wirklich etwas an seinem Zustand ändern möchte.

Wirksame Heilungsmethoden umfassen eine Kombination aus praktischer Hilfe im Haushalt sowie Psychotherapie. Dabei ist gewährleistet, dass dem äußeren und inneren Chaos im gleichen Maße Beachtung geschenkt wird.

Die praktischen Hilfen im Haushalt sollten keine abrupten angsteinflößenden Aufräumaktionen darstellen, sondern eine langsame und behutsame Begleitung, bei dem der Betroffene selbst bestimmt, von was er sich trennen kann und will.

In der Psychotherapie geht es darum die bereits in der Kindheit angelegten Ursachen zu beleuchten und zu bearbeiten mit dem Ziel innere Klarheit und Struktur wieder zu erlangen, sowie selbstbestimmt das Leben zu gestalten, um wieder Freiheit und Freude zu empfinden.

Folgende Merkmale sind typisch für Messies:

· Sie lassen Niemanden in ihre Wohnung.

· Sie horten z.B. Zeitungen und Zeitschriften.

· Sie können sich fast von Nichts trennen.

· Sie suchen ständig verlegte Sachen, z.B. Schlüssel, Rechnungen, Kreditkarten, u.s.w.

· Sie laufen ständig Ihren Terminen hinterher.

· Sie haben oft Schwierigkeiten, eine Arbeit zu beenden.

· Sie versuchen ständig, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun.

· Sie fühlen sich über einen langen Zeitraum blockiert und gelähmt.

· Sie bleiben vorgefassten Ideen verhaftet.

· Sie sind in einmal gelernten Gedanken und Reaktionen festgefahren.

· Sie kennen keinen Anfang und kein Ende.

· Dieser Zustand treibt sie zur Verzweiflung und/oder in die Isolation.

Typische Denkhaltungen sind:

· Ich muss perfekt sein.

· Ich kann mich schlecht durchsetzen.

· Ich bin nicht in Ordnung, kann nichts, bin nichts wert.

· Ich kann mich gegen Konflikte nicht wehren.

· Ich bin sensibel und übernehme darum die Verantwortung für Probleme anderer.

· Ich kann die Gefühle anderer (Partner, Kinder) durch mein Verhalten steuern.

· Es ist schrecklich, wenn Andere erkennen, wie ich wirklich bin.

 

Oft erstreckt sich das äußere Chaos nur auf das private Umfeld. Messies treten äußerlich gepflegt und ordentlich auf wie jeder andere und gehen oft einer geregelten Arbeit nach. Nur in seltenden Fällen treten extreme Vermüllung und Verwahrlosung auf.

 

Quelle: Dr. Rainer Rehberger „Messies – Sucht und Zwang“. Klett-Cotta,  ISBN 3-608-89049-5